Wenn es flott läuft auf der Baustelle

Ein Flottenmanagement-System sorgt bei Agir dafür, dass die Disponenten jederzeit den Überblick behalten. Und auch auf Sonderwünsche der Kunden schnell reagieren können.

«Ah, ich sehe gerade, dass der Lastwagen soeben auf die Baustelle vorfährt!» Der Disponent im Büro von Agir in Affoltern am Albis kann den Kunden beruhigen, der sich Sorgen wegen der pünktlichen Lieferung des Betons gemacht hat. Denn dank des Flottenmanagement-Systems ist der Mitarbeiter des Baustofflieferanten jederzeit im Bild, wo welcher LKW gerade fährt oder steht. Und kann den Kunden entsprechend über den genauen Stand informieren.

 

Situation beruhigt

Das war nicht immer so, wie Giancarlo Giacomelli, Leiter Transport bei Agir, erklärt. «Früher musste der Disponent per Funk den Chauffeur kontaktieren, um zu erfahren, wo genau er gerade ist.» Bei jeder Kundenanfrage nach dem Verbleib der Fuhre oder bei einer Eilbestellung musste der Disponent zuerst mit dem Fahrer Rücksprache nehmen und danach den Kunden zurückrufen. Das erwies sich als zu umständlich.

«Wir suchten nach einer Lösung, um diese Situation zu ‹beruhigen›», erläutert Giacomelli den Entscheid, ein Flottenmanagement-System für die etwas mehr als vierzig Betonmischer und Kiestransporter anzuschaffen. Dieses kann die Fahrzeuge via GPS genau orten und erspart damit eine entsprechende Nachfrage beim Chauffeur. Das ist auch hilfreich, wenn ein Eilauftrag nach einer Umorganisation verlangt, etwa, weil auf einer Baustelle mehr Beton benötigt wird als ursprünglich geplant. Der Disponent überprüft in solchen Fällen im Flottenmanagement-System, welcher Betonmischer gerade auf dem Rückweg oder in der Nähe ist und den Auftrag übernehmen kann. Damit spart sich Agir langwierige Abklärungen und unnötige Fahrten.

«Zudem kann ich die Daten aus dem System weiterverwenden für Statistiken über den Gütertransport, wie sie etwa der Bund verlangt», sagt Giacomelli. Damit spare er nicht nur Zeit, sondern auch eine Menge Papier.

 

Weiteres Optimierungspotenzial vorhanden

Das verwendete System würde noch weitere Möglichkeiten bieten als die reine Fahrzeugortung. So liesse sich etwa die gesamte Disposition darüber abwickeln inklusive der optimalen Routenplanung. Doch diese Option eigne sich nicht für Beton- und Kiesfuhren, schränkt Giacomelli ein: «Unsere Liefertermine hängen vom Terminplan der Baustelle ab. Dieser gibt vor, wann die Fuhren eintreffen müssen.» Auch sei es aufwändig, das selbst entwickelte System für die Auftragsbearbeitung abzulösen, da rund 45’000 Artikel migriert werden müssten.

 

Entladen von Mörtel auf der Baustelle. Bild: Agir

 

Dennoch sieht Giacomelli noch Optimierungspotenzial durch weitere digitale Branchenlösungen. Das gelte etwa fürs Backoffice, beispielsweise bei der Kalkulation von Aufträgen oder der statistischen Auswertung. Er kann sich zudem auch vorstellen, dass die Chauffeure künftig Lieferscheine auf der Baustelle digital ausfüllen statt wie heute auf Papier. So könnte der Kunde den Auftrag direkt auf dem Tablet unterschreiben, die manuelle Nacherfassung in der Auftragsabwicklung würde dadurch entfallen.

 

Verbesserte Kommunikation mit den Kunden

Die Digitalisierung vereinfacht bei Agir aber nicht nur Abläufe. Sie sorgt auch für mehr Transparenz, wie Giacomelli sagt: «Wir können heute viel besser nachvollziehen, was passiert ist, wenn eine Fuhre nicht rechtzeitig angekommen ist.» Denn das Flottenmanagement zeichnet auch auf, wenn ein Lastwagen im Stau steckengeblieben ist oder auf der Baustelle warten musste. Das vereinfache die Diskussion mit den Kunden in solchen Situationen, weil Vorfälle besser nachvollziehbar seien.

Ruhig ist es deswegen im Disponentenbüro nicht geworden. Das Telefon bleibt ein wichtiges Arbeitsinstrument der drei Disponenten für den Kontakt mit den Kunden. «Wenn alle an der Arbeit sind, kann es hier ganz schön laut werden», sagt Giacomelli verschmitzt.


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