Was eine Website einem Unternehmen bringt

Was eine Website für Unternehmen bringt

So bringt der Webauftritt Kunden ins Geschäft

Kein Webauftritt ist heutzutage keine Option mehr. Das zeigen diese beiden Unternehmen, die dank ihrer Website den Umsatz gesteigert haben. Unterschiedlich war dagegen das Vorgehen.

Man meint, man stehe direkt im Laden. So geht es einem, wenn man die Website des Ustermer Bernina-Nähcenters Turke Nähshop besucht. Ein grosses, attraktives Bild auf der Startseite und eine 360-Grad-Tour zeigen, wie es im Nähshop aussieht. Dahinter steckt eine klare Absicht, wie Ladenführerin Susanna Turke betont: «Unsere Website lädt die Kunden ein, zu uns ins Geschäft zu kommen.»

Turke Nähshop: Website für Unternehmen
Die Website des Turke Nähshops bietet einen virtuellen Rundgang an.

Webseite, Website oder Homepage?

Aus technischer Sicht ist der Unterschied klar: Eine Webseite ist eine einzelne Seite eines Webauftritts. Dieser wird als Website bezeichnet (site, englisch für Standort, Platz). Die Homepage ist dagegen die Startseite des Webauftritts. In der Alltagssprache werden die Begriffe oft synonym verwendet.

Mit der neuen Website hat der Nähshop guten Erfolg. Die Kunden schätzen den Auftritt und besuchen den Laden umso lieber. Besonders die Nachfrage nach Occasionen hat sich seit dem Aufschalten deutlich gesteigert.

Sich mit einem eigenständigen Webauftritt abheben

Klassische Produktinformationen sind auf der Website zwar ebenfalls zu finden. Alle Modelle des Verkaufsprogramms sind ausführlich dokumentiert. Wichtiger ist für Susanna Turke jedoch die persönliche Note: «Die Produkte sind bei allen Nähcentern die gleichen. Wir wollten eine attraktive Website, die sich von anderen abhebt. Wir zeigen unsere Besonderheiten und Stärken.» Dazu gehört die persönliche Beratung. Aber auch «Geschichten», zum Beispiel die Firmenhistorie, persönliche Details bei der Vorstellung des Teams und der Hinweis auf das kleine Nähmaschinenmuseum mit historischen Nähmaschinen aller Schweizer Marken sorgen für einen eigenständigen Auftritt.

Die aktuelle Website ist nicht bei weitem nicht die erste des Turke Nähshops. Die Firma, seit 1988 in dritter Generation geführt von Patron Gabriel Turke, ist schon seit 20 Jahren im Web vertreten. Doch erstens stand der bisherige Webmaster für die Überarbeitung nicht mehr zur Verfügung, und zweitens sollte der Webauftritt auf den neuesten technischen Stand gehoben werden. Dazu gehört unter anderem, dass sich die Seiten automatisch der Bildschirmgrösse eines Geräts anpassen und auf PCs, Tablets und Smartphones gleich gut funktionieren (sogenanntes Responsive Design). Das war bei der früheren Version nicht der Fall.

Erfolgreiche Zusammenarbeit, Erfolg fürs Geschäft

Die Turkes suchten und fanden eine Webagentur aus der Region, und der neue Auftritt entstand in intensiver Zusammenarbeit in rund sechs Monaten: «Es hätte vielleicht auch etwas schneller gehen können, aber ein solches Projekt braucht sicher mehr als ein paar Wochen.» Wenn man eine Website funktional und schön gestalten wolle, könne man das nicht auf die Schnelle durchziehen.

Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Webpräsenz ist, dass Kunden und Interessenten das Unternehmen im Web überhaupt finden. Der Auftritt muss dazu für die Suchmaschinen optimiert werden. «Google ist sehr wichtig», betont Susanna Turke. Applaus erhält die Nähshop-Website auch vom Lieferanten: «Bernina Schweiz empfiehlt diesen Auftritt als ein gutes Beispiel für eine gelungene Website.»

Den Absatz gesteigert

Marco Zürcher ist seit über 25 Jahren im Eiergeschäft. Seine Firma FOU GmbH (Food Ovo Utilities) vertreibt Eier und Eiprodukte für Lebensmittelhersteller, Gastronomie und Hotellerie und positioniert sich als zusätzliche Kraft neben den Branchenriesen. Zum Lieferprogramm gehören Importprodukte, aber auch die Marke GustOvo, die ausschliesslich auf Schweizer Freilandeier setzt und in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Eiprodukte-Hersteller produziert wird. Angesichts von Schadstoffskandalen – Stichwort Fipronil – trifft Zürcher damit den Nerv der Zeit: «Der Umsatz ist in den letzten Monaten klar gestiegen.»

Website Unternehmen: GustOvo
Auf der GustOvo-Website finden Geschäftskunden Produkteinformationen und Rezepte.

Mitveranwortlich für den wachsenden Geschäftserfolg mit GustOvo ist der neue Webauftritt, den Marco Zürcher mit dem Swisscom HomepageTool selbst erstellt hat. In der Vergangenheit hat der Unternehmer gemischte Erfahrungen mit Websites gemacht, die von Dritten erstellt wurden. «Ich wünschte jedoch eine Homepage, auf die ich jederzeit Zugriff habe, Anpassungen machen, Dokumente hochladen und Seiten nach Belieben publizieren kann.» Ihm ist die Flexibilität wichtig, die eine selbst gestaltete Website bietet – «und ich wollte nicht 10’000 Franken ausgeben. Es war mit Abstand das Beste, den Auftritt selbst zu realisieren. Man investiert Zeit und Engagement, aber man hat Freude daran, weil man es selbst gemacht hat.»

Zuerst auf Papier experimentieren

Fragen vor der Umsetzung

  • Was will ich mit dem Webauftritt? Informieren, verkaufen, neue Kunden anziehen, bestehende Kunden pflegen?
  • Was ist meine Zielgruppe? Gestaltung und Inhalte sollten auf die gewünschten Besucher abgestimmt sein.
  • Wie spreche ich die Besucher an? Sachlich, persönlich, viel Informationen, nur die nötigsten Informationen?
  • Machen oder machen lassen? Brauche ich Texter, Fotografen, Webdesigner? Will und kann ich einiges oder alles selbst erstellen?

Das HomepageTool hatte Zürcher bereits für die Website der FOU GmbH genutzt. Es gab viel zu üben, Tricks zu lernen und Fehler zu vermeiden. Mit der gewonnenen Erfahrung konnte er nun gezielt an den GustOvo-Markenauftritt herangehen: «Ich hatte von Anfang an eine klare Idee – sehr einfach, wenige Seiten, optisch ansprechend und nicht überladen. Das war mein Ziel.» Das A und O sei eine freundliche Startseite, die den Besucher anspricht, so dass er nicht gleich wieder wegklickt. Einen Rat hat Zürcher für andere KMU, die ihre Website selbst erstellen wollen: «Zeichnen Sie als Erstes ein Gerüst auf Papier und gehen Sie erst dann an die Umsetzung im Tool.»

Auf der GustOvo-Website finden sich auch einige spielerische Elemente wie Bilder, die beim Anklicken animiert werden und einen markigen Spruch zum Vorschein kommen lassen. Ob so etwas passe, hänge vom Unternehmen ab: «Das Tool bietet viele Elemente, mit denen man spielen kann. Man muss experimentieren und das Richtige auswählen.» Für das Erscheinungsbild sind ausserdem gute Bilder wichtig. Zürcher konnte Fotos, die eine Werbeagentur für die GustOvo-Verpackungen und Inserate aufgenommen hatte, auf den Webseiten weiter verwerten.

Wichtiges Instrument der Markenstrategie

Die GustOvo-Website ist für das Geschäft mit den Suisse-Garantie-Eiprodukten essentiell. Die FOU GmbH verkauft nicht direkt an die Endkunden. Auf der Website können sich Interessenten aus dem Horeka-Kanal (Hotels, Restaurants, Kantinen) über die Produkte informieren. Wichtige Informationen wie Produktdatenblätter und Rezeptbeispiele lassen sich online abrufen, und ein Verzeichnis gibt Auskunft über die Lieferanten. Der Webauftritt ergänzt so die Inseratekampagnen in diversen Fachzeitschriften und dient als Aushängeschild.

Wichtige Elemente einer Website

  • Attraktiver Auftritt – lädt zum Verweilen ein.
  • Einfache Struktur – keine kompliziert aufgebauten Seiten, keine verschachtelten Menüs.
  • Aktuelle News – wecken Interesse für künftige Besuche.
  • Persönliche Ansprache, eigenständiger Auftritt – sticht aus anderen Branchenauftritten heraus.
  • Kontaktangaben – Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Angaben möglichst schon auf der Startseite.
  • Impressum – um juristische Probleme zu vermeiden.
  • Responsive Design – Auftritt funktioniert auf allen Geräten (PC, Tablet, Smartphone).
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) – damit die Website gefunden wird.
  • SSL-Verschlüsselung – Suchmaschinen kennzeichnen Websites als unsicher, wenn die Kommunikation zwischen Browser und Webserver nicht verschlüsselt erfolgt.

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