Das Silicon Valley als Gradmesser

Digitale und disruptive Trends

Das Silicon Valley gilt auch als Gradmesser für technische Entwicklungen und zeigt, welche Veränderungen auf uns zukommen. «Disruptiv» ist dabei eines der Buzzwords.

Die Stanford University in Palo Alto gehört zu den Eliteuniversitäten der USA, insbesondere im IT-Umfeld.

 

Viele technologische Entwicklungen erobern vom Silicon Valley aus die Welt. Das High-Tech-Tal ist ein Gradmesser für kommende Trends. Viele der Entwicklungen werden disruptiv sein, also bestehende Geschäftsmodelle obsolet machen und vielleicht ganze Industrien durchrütteln. Andere setzen auf den automatisierten, persönlichen Austausch via Smartphone-App. Treiber für solche grundlegenden Veränderungen ist in jedem Fall die Digitalisierung, welche die Vernetzung von Menschen, Daten und Dienstleistungen vereinfacht.

 

Automobilbranche als Vorreiter

Ein anschauliches Beispiel, wohin diese Entwicklungen gehen, liefert die Automobil- respektive Transportbranche. Viele Menschen, die früher ein eigenes Auto besassen, nutzen mittlerweile Car Sharing, beispielsweise mit Mobility in der Schweiz. Wer noch selbst fährt, macht dies vielleicht mit einem alternativen Antrieb wie bei einer rein elektronisch angetriebenen Luxuslimousine aus dem Hause Tesla, angesiedelt in Palo Alto im Silicon Valley. Hierbei handelt es sich wohl um die ersten Fahrzeuge, die sich per Software-Update aktualisieren und vielerorts an Schnellade-«Tankstellen» wieder aufladen lassen. Mit dem PayPal-Mitbegründer Elon Musk verfügt Tesla über einen CEO, der nicht aus dem Autobau, sondern aus der IT-Branche stammt.

Der vor allem in Europa kontrovers aufgenommene Fahrdienst Uber macht sich daran, die Taxibranche umzukrempeln. Über eine Smartphone-App lässt sich ein Fahrzeug bestellen, bezahlen und die Fahrt auch gleich bewerten. Im Zentrum steht dabei nicht die Dienstleistung selbst, sondern die möglichst einfache Handhabung. Und welche Veränderungen dereinst selbstfahrende Autos bewirken werden, lässt sich erst erahnen.

 

Die App ersetzt die Kundenkarte: Der Trend zur Digitalisierung, aufgeschnappt in einem Restaurant in Palo Alto.

 

 

Andere werden folgen

Car Sharing, App-basierte Fahrdienste und selbstfahrende Autos werden einige klassische Geschäftsmodelle obsolet werden lassen und deshalb disruptiv wirken. Diese Veränderungen beschränken sich aber nicht auf die Autobranche im weiteren Sinn. Andere Branchen werden vergleichbare Umwälzungen erfahren. Der Informationsaustausch zwischen Anbieter und Kunde wird an Bedeutung gewinnen, und in einigen Fällen wird der «Mittelsmann» ausgeschaltet. So können etwa Anleger auf Ayondo ohne Umweg über eine Bank selbst Geld anlegen oder über Airbnb direkt Ferienwohnungen mieten.

Nicht alle diese Veränderungen werden eine Branche auf den Kopf stellen. Aber sie werden auch in traditionellen Geschäftszweigen die Beziehungen digitalisieren, wie etwa «HouseCall» aus San Diego zeigt. Dort können Hausbesitzer Handwerker direkt über eine Smartphone-App buchen, einen freien Termin finden und bezahlen. Das Handwerks-KMU wiederum verwaltet Kunden und Termine mit einer Anwendung auf dem Computer oder direkt via Smartphone. 

Der Ausdruck «disruptiv» gilt im Valley schon als überstrapaziert. So sucht etwa das Wirtschaftsmagazin «Business Insider» bereits nach einem Ersatzbegriff. An der technologischen Weiterentwicklung wird dies nichts ändern.

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