Planung

10 Tipps für ein entspanntes Jahresende

Weihnachtsfeier, Steuertermine, Geschenkestress: In der Adventszeit wird man als Selbstständiger besonders beansprucht. Aber wer den Überblick bewahrt, kann locker bleiben. Diese Liste hilft weiter.

1. Steuertermine beachten

Es gibt bekanntlich eine Reihe von Methoden, wie man die Steuersituation optimiert – gerade aufs Jahresende hin. Hier ist nicht der Ort für eigentliche Steuerberatung. Aber eine Orientierung über die Möglichkeiten – gerade durch den Jahreswechsel – bietet Ihnen zum Beispiel:


2. Alles für Ihren Treuhänder

Natürlich wird der Jahresabschluss nicht am Jahresende gemacht. Aber es ist von Vorteil, jetzt langsam alle Unterlagen beiseite zu legen für den Treuhänder beziehungsweise danach für die Steuererklärung.

Hier eine Liste nötiger (und oft vergessener) Informationen, die Sie für den Jahresabschluss benötigen werden:

  • Anlagevermögen: Liste aller Inventarwerte wie Mobiliar, Fahrzeuge etc.
  • Kreditoren und Debitoren: Sämtliche noch nicht bezahlter Rechnungen, die das alte Geschäftsjahr betreffen, aber im neuen Jahr bezahlt werden. Alle Schulden, für die noch keine Rechnungen vorliegen. Zudem die MWST-Abrechnung.
  • Abrechnungen von Versicherungen: Schlussabrechnungen von AHV, Unfall- und Krankentaggeldversicherungen, BVG-Prämienkontoauszug sowie Haftpflichtversicherungen.
  • Kredite/Hypotheken: 
Saldobestätigungen und Bankauszüge.
  • Besondere Ereignisse, die einen Einfluss auf den Jahresabschluss haben können.

Den ausführlichen Überblick über alle notwendigen Unterlagen finden Sie hier: «Checkliste: Das alles muss beim Jahresabschluss beachtet werden»


3. Zahlungsaufträge vor den Feiertagen

Stehen Zahlungsaufträge an, die noch ins Jahr 2014 fallen müssen? Dann sind die Verarbeitungszeiten über die Feiertage zu beachten. Die gültigen Termine der Schweizer Zahlungsplattform SIX finden Sie hier

Normalerweise schaltet aber jede Bank die eigenen genauen Termine auf die Website – zum Beispiel unter dem Titel «Informationen zum Jahreswechsel» oder «Verarbeitungszeiten zum Jahresende».


4. Stressen Sie sich nicht auch noch mit Jahresend-Gesprächen

Sondern verlegen Sie die Mitarbeitergespräche auf den Jahresanfang. Diesen Tipp gibt Führungskräftetrainerin Sonja D’Angelo. Ihre Überlegung: Am Jahresende werden die Gespräche tendenziell vergangenheitsorientiert. Doch wichtiger bei diesem Austausch wäre, dass man gemeinsam nach vorne blickt. Der Anfang des neuen Jahres eignet sich dafür viel besser.


5. Kundengeschenke: Weniger ist oft richtiger

Ein zu grosses, zu auffälliges oder zu exquisites Geschenk schafft oft ein Problem für den Beschenkten: Es setzt ihn unter Druck und gefährdet die Unabhängigkeit. Dies empfinden viele als lästig.

Als Faustregel empfiehlt sich daher auch bei Kundengeschenken das Prinzip, das bei vielen Behörden gilt: Annehmbar sind Gelegenheitsgeschenke «von geringem kommerziellem Wert», wobei meist die Obergrenze von 50 oder allenfalls 100 Franken gilt. Kommt hinzu, dass Geschenke ab einem Wert von 500 Franken noch versteuert werden müssen.

Die «Bestechlichkeits-Problematik» ist auch ein Grund, weshalb unauffällige Standardpräsente wie die Weinflasche, etwas Schokolade, der Kugelschreiber, das kleine Gewürzset, Papeteriewaren – und in jüngerer Zeit auch der auch die Spende an eine gemeinnützige Organisation – ungeschmälert beliebt sind als Weihnachts-Firmengaben. 


6. Kunden- und Mitarbeitergeschenke: Orientierung im Ideen-Meer

Wie kommt man auf Geschenkideen? Heute gibt es eher ein Mengenproblem: Wer die entsprechenden Begriffe in die Suchmaschinen-Masken eingibt, wird mit hunderten Listen von Anbietern zugedeckt. Der Vorteil: Viele dieser Listen lassen sich inzwischen auch gut filtern – nach Anlass, nach Zielgruppe, nach Bedürfnissen. Und stösst man dann auf eine pfiffige Idee, so kann man dieses Produkt ja auch sonst suchen…

Erwähnt sei, dass es spezifische Anbieter für KMU-Bedüfnisse gibt – man fahnde also eher mit Firmenwort-Kombinationen wie «Mitarbeitergeschenke», «Kundengeschenke», «Werbegeschenke».

Übrigens stehen Ihnen mittlerweile sogar Apps zur Verfügung, die bei der Geschenkesuche helfen. Zum Beispiel dieser, dieser oder dieser Geschenke-Ratgeber, aber auch diverse angelsächsische «Gift-Finder».


7. Firmen-Weihnachtsfeier: Jetzt aber los!

Haben Sie das Firmenfest schon organisiert? Wenn nicht, dann drängt die Zeit: Sowohl passende Lokale wie Caterer haben ihre Terminkalender langsam voll. Was konkret zum Stil Ihres Unternehmens passt, ist natürlich völlig verschieden. Hier aber finden Sie praktische Checklisten für die Planung eines Firmen-Weihnachtsfestes, die in jedem Fall Gültigkeit haben:


8. Ohne Fauxpas durch die Weihnachtsfeier

Ein eigenes, durchaus heikles Thema ist die Weihnachtsfeier im Kollegen- und Mitarbeiterkreis – ob angestellt, ob als KMU-Chef. Oft verfolgen einen die Fettnäpfchen-Geschichten noch jahrelang. Daher hier fünf Faustregeln, welche wir den (in gesellschaftlichen Fragen bewanderteren) Expertinnen der «Schweizer Illustrierte» verdanken:

  • Nicht mit dem Chef knutschen (also eben auch: nicht mit Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern).
  • Nicht über die Arbeit lästern (was in der KMU-Situation auch heisst: nicht über Kunden und andere Mitarbeiter herziehen).
  • Nichts Intimes aus dem Privatleben erzählen.
  • Machen Sie sich nicht auf der Tanzfläche zum Affen.
  • Keine Kollegen anpöbeln.
  • Keine blanken Körperteile…

Wenn Sie diese Tipps vor Festbeginn nochmals ins Gedächtnis rufen, sollte auch nach ein paar Feiergläschen alles im Lot sein.


9. Budgetierung: Richtige Antworten auf wichtige Fragen

Jahresende ist auch Budgetierungszeit. Das Prinzip für ein etabliertes Unternehmen ist bekannt – man nimmt die Zahlen des Vorjahres und passt sie den Erwartungen an. Hier zur Erinnerung die wichtigsten Fragen dabei:

  • Können wir neue Kundschaft gewinnen?
  • Müssen wir damit rechnen, dass bedeutende Kunden wegbrechen?
  • Können wir Preise erhöhen? Müssen wir sie senken?
  • Wo können Kosten gespart werden? Wo fallen Mehrkosten an?

Alle entscheidenden Fragen und das Beispiel eines Musterbudgets finden Sie hier auf dem KMU-Portal der Eidgenossenschaft.


10. Für die Zukunft: Machen Sie nebenher Ihr eigenes Jahresend-Dossier

Eine lohnende Investition wäre, aus Ihren Arbeiten fürs Jahresende 2014 einen Standard zu schaffen – und Informationen, Abläufe und Erfahrungen zu sammeln, die Ihnen auch 2015, 2016 und 2017 nützen werden: Checklisten, Adressen, Geschenke-Sites…

Einen oftmals besonders nützlichen Tipp können Sie dann gleich aufs Titelblatt dieses Dossiers schreiben: Das nächste Jahr früher anfangen!


Januar 2015: Wenig Neues im Gesetzesdschungel

Der 1. Januar bringt oft neue Verordnungen und staatliche Regeln – doch diesmal bleibt die Paragraphenlage eher ruhig: Es stehen kaum Gesetzesänderungen an, welche die breite Masse der KMU treffen. Den Gesamtüberblick über anstehende gesetzliche Neuerungen in der Schweiz (per Januar 2015 oder später) finden Sie hier. 

Wenn Sie etwas weiter vorausblicken wollen, hilft Ihnen diese Liste der anstehenden Gesetzesänderungen mit Auswirkungen für KMU weiter.


Bilder: Martin Wichary, o.T., Flickr CCMartin Fisch, «Exit», Flickr CC / Steven Depolo, «Wrapped Gifts», Flickr CC / Julio Garcia, «3 Bottles of Wine», Flickr CC

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